Im Moment gibt ein einen Boom, was die Ausbreitung von UMTS-Sticks betrifft. So sind die Aussagen, die in den Beiträgen wiedergegeben werden, als Momentaufnahmen zu betrachten. Die Änderungen erfolgen so schnell, dass eine Recherche im Netz angeraten ist, falls es mit den Beschreibungen Probleme geben sollte.
Neben Günters Beitrag weiter unten gibt es noch einen zweiten in unserer Wissensdatenbank.
Seit die UMTS-USB-Sticks für wenig Geld zu haben sind, und es dazu noch Prepaid-Karten mit einer billigen Flatrate gibt, ist es eine Alternative zu den offenen WLAN-Netzen die nicht überall zu empfangen sind. In diesem Artikel werden alle Schritte beschrieben um die Modelle "ZTE MF100" und "Huawei E1550" unter Kubuntu 9.10 als UMTS-Modem zu betreiben.
Da auch das UMTS-Netz ein Funknetz ist, gelten die gleichen Beschränkungen wie bei einer WLAN-Verbindung. Wenn sich also viele Anwender in einem UMTS-Knoten befinden, muss die vorhandene Bandbreite unter den Anwendern aufgeteilt werden. Deswegen kann es vorkommen, dass Sie auf einmal nur mit der GPRS-Geschwindigkeit arbeiten können.
Um die Handhabung der Sticks zu vereinfachen, wird zuerst die PIN-Abfrage deaktiviert. Der einzige Unterschied bei Verlust des Sticks ist, dass das noch vorhandene Guthaben aufgebraucht werden könnte. Aber da der Stick verloren gegangen ist, haben Sie sowieso keinen Zugriff mehr auf das Guthaben. Außerdem sollte die Karte dann sowieso bei ihrem Provider gesperrt werden.
Die Sticks besitzen außer dem UMTS-Modem noch einen eingebauten Slot für Speicherkarten. Damit kann der Stick auch als externer Datenträger fungieren. Diese Funktion (Autorun) wird ebenfalls deaktiviert, da ein Unbekannter bei Verlust des Sticks nicht auch noch auf die Daten zugreifen soll. Außerdem vereinfacht es die Handhabung unter Linux. Desweiteren war es nicht möglich das Modem und gleichzeitig die Speicherkarte zu betreiben.
Nach diesen Vorarbeiten brauchen Sie nur noch den Stick einstecken, ein Programm für die Verbindungsherstellung zu starten und können sofort damit arbeiten. Zu diesem Zeitpunkt arbeiten Sie in UMTS mit einem Minutenpreis. Nun ist es aber auch möglich bei dem Provider eine Tagesflatrate zu buchen, die nach ca. 30 Minuten billiger ist als der Normaltarif da dieser den gesamten Kalendertag gilt. Das Buchen dieser "Packs" muss noch über ein Handy vorgenommen werden.
Die hier vorgestellten Lösungen sind am Beispiel des Sufsticks ZTE MF100 beschrieben. Für den Huawei E1550 gilt dasselbe analog. Das Auffüllen des Guthabens kann noch nicht mit Bordmitteln bewerkstelligt werden, sodass die SIM-Karte dafür kurz in ein altes Handy eingelegt werden muss, um die Aufladecodes zu übermitteln.
Für ein proprietäres Betriebssystem gibt es eine Software, die alle Funktionen für eine Vielzahl von UMTS-Modems zur Verfügung stellt [3] [4]. Zur Zeit wird die Software Mwconn als Programm "Ixconn" auf Linux konvertiert und damit in Zukunft viele Probleme lösen.
Natürlich liegt es bei Ihnen ob Sie die Autorun-Funktion abschalten wollen. Wenn Sie diese Funktion nicht abschalten und den Stick einstecken, wird ihnen ein neues USB-Gerät in der Geräteüberwachung angezeigt. Wenn Sie es benutzen wollen müssen Sie es nur in der Gerätekontrolle laden. Oder wenn Sie das Modem benutzen wollen, müssen Sie den Datenspeicher in der Gerätekontrolle auswerfen, dadurch wird automatisch auf das Modem umgeschaltet.
Falls ihnen das Handtieren mit Handy und Computer zu umständlich ist, gibt es noch eine weitere Möglichkeit. Nehmen Sie sich ein altes UMTS-fähiges Handy, legen die SIM-Karte ihres Providers ein und über ein USB-Kabel stellen Sie dann die Verbindung mit dem Computer her. Und schon haben Sie ein weiteres UMTS-Modem.
Die hier vorgestellten Lösungen verstehen sich als Beispiel. Da ihr Provider jederzeit die Preise, Einstellungen oder Packs ändern kann, wird jegliche Haftung ausgeschlossen. Die hier vorgestellten Beispiele beziehen sich auf den Provider O2.
Inhaltsverzeichnis
| PIN und Autorun-Funktion deaktivieren |
| In Betrieb nehmen mittels Script |
| In Betrieb nehmen mittels UMTSmon |
| Quellen |
PIN und Autorun-Funktion deaktivieren
Installieren Sie hierfür zuerst das Programm "minicom". Mit Hilfe dieses Programms können Sie alle möglichen Änderungen an einem Modem über den AT-Befehlssatz vornehmen. Nachdem Sie nun den Surfstick eingesteckt haben, erscheint in der Geräteüberwachung das Gerät "O2 Surfstick". Dieses entladen Sie erst einmal. Nun wird automatisch auf das Modem umgeschaltet. Dass diese Umschaltung vollzogen wurde erkennen Sie an der Meldung "attached" welche nach ca. 15-20 Sekunden kommt. Kontrollieren können Sie dieses auch über den Terminalbefehl "lsusb". Ferner sind nun drei neue Deviceeinträge erstellt worden /dev/ttyUSB0-2. Dieses können Sie überprüfen mit "ll /dev/ttyUSB*".
Ferner müssen Sie überprüfen, ob Sie auch zu der Gruppe "dialout" gehören - unter K/Einstellungen/Systemeinstellung Registerkarte "Erweitert" - dort unter User Management.
Nun öffnen Sie ein Terminal und geben den Befehl "sudo -s mf100" ein. Damit wird eine Konfigurationsdatei mit dem Namen mf100 erstellt. Wechseln Sie nun in dem angezeigten Menü nach "Einstellungen zum seriellen Anschluss" und geben als seriellen Anschluss /dev/ttyUSB2 ein. (Bei dem E1550 müssen Sie den Anschluss /dev/ttyUSB0 nehmen.) Anschließend können Sie das Konfigurationsmenü verlassen, nachdem Sie die Konfiguration zuvor abgespeichert haben. Da Sie zur Gruppe dialout gehören können Sie nun eine Modemverbindung mit Userrechten herstellen durch die Eingabe von "minicom mf100".
| Kurzerklärung minicom |
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In der Terminalemulation können Sie eine Vielzahl von Befehlen eingeben, indem Sie zusammen die Taste STRGR+A drücken und anschließend die Z-Taste. Damit erhalten Sie einen Überblick über die Tastenkombinationen. Alle angegebenen Kurztasten erreichen Sie, indem Sie auch hier zuerst STRGR+A drücken und anschließend die entsprechende Taste. Mit Strg+A sowie X beenden Sie minicom. |
Da Sie nun "minicom mf100" aufgerufen haben, erhalten Sie eine ERROR-Meldung. Diese Fehlermeldung besagt, dass eine Verbindung nicht aufgebaut werden konnte, da die PIN nicht eingegeben wurde.
Also melden Sie sich erst einmal am Modem mit ihrer PIN an, indem Sie [ AT+CPIN="XXXX" ] eingeben. XXXX entspricht dabei ihrer PIN. Alle Eingaben ohne die Zeichen [ ] da diese nur die Befehlssyntax verdeutlichen sollen. Um die PIN-Abfrage zu deaktivieren geben Sie nun [ AT+CLCK="SC",0,"XXXX" ] ein. Die Autorunfunktion deaktivieren Sie mit dem Befehl [ AT+ZCDRUN=8 ] (Bei dem E1550 ist es der Befehl [ at^u2diag=0 ] ). Nun können Sie das Programm verlassen, da alle Einstellungen vorgenommen wurden. Zum Testen der Einstellungen nehmen Sie den Stick raus und stecken ihn wieder ein. Nach dem attached können Sie nochmals mit minicom eine Verbindung aufbauen.
Nochmals die Befehlsfolge in Tabellenform
AT+CPIN="XXXX" Anmelden mit PIN AT+CLCK="SC",0,"XXXX" PIN-Abfrage ausschalten AT+ZCDRUN=8 Auto-Run Funktion abschalten bei MF100
Da der AT-Befehlssatz nicht genormt ist, entwickelt jeder Hardwarehersteller seinen eigenen Befehlssatz. Die Befehlssequenzen müssen Sie dann bei dem Hardwarehersteller erfragen, wenn Sie im Internet nicht fündig werden sollten.
Einige AT-Befehle die für Sie interessant sein könnten.
AT+CPIN? PIN-Status abfragen AT+CPIN="XXXX" Anmelden mit PIN AT+CLCK="SC",2 Abfrage des Modus AT+CLCK="SC",0,"XXXX" PIN-Abfrage ausschalten AT+CLCK="SC",1,"XXXX" PIN-Abfrage einschalten AT+ZCDRUN=8 Autorun-Funktion ausschalten für MF100 AT+ZCDRUN=9 Autorun-Funktion einschalten für MF100 at^u2diag=0 Autorun-Funktion ausschalten für E1550 AT+COPS? Zeigt im welchem Netz eingebucht worden ist AT+COPS=? Zeigt alle zu empfangende Netze AT+CGSN Seriennummer AT+CNUM Rufnummer AT+CGMI Hersteller AT+CGMM Modell Identifikation AT+CSCS=? Benutze TE-Zeichensätze AT+CIMI EMEI-Nummer
In Betrieb nehmen mittels Script
Leider können Sie unter KDE den Networkmanager zur Herstellung einer UMTS-Verbindung nicht benutzen, da der Networkmanager diese noch nicht voll unterstützt. Also ist ein wenig Handarbeit notwendig. Unter Gnome kann der Networkmanager dagegen benutzt werden. Nun müssen 2 Dateien erstellt werden. Die eine Datei stellt dabei eine Verbindung mit dem Modem her, und die andere wählt sich in das UMTS-Netz ein. Damit das Modem angesprochen werden kann müssen Sie dieses noch durch den Befehl "modprobe" bekannt machen. Nun noch ein pon-Befehl und das Modem wählt sich ein.
Unter /etc/ppp/peers erstellen Sie zwei Dateien mit root-Rechten und ausführbar. Datei 1 mit dem Namen o2-umts stellt die Verbindung zum Modem her.
| /etc/ppp/peers/o2-umts |
-detach /dev/ttyUSB2 -> (/dev/ttyUSB0 bei dem E1550) 115200 defaultroute usepeerdns mtu 1452 noauth crtscts lock nodeflate connect '/usr/sbin/chat -v -t6 -f /etc/ppp/peers/umts_einwahl' |
Datei 2 mit dem Namen umts_einwahl stellt die Verbindung zum UMTS-Netz her.
| /etc/ppp/peers/umts_einwahl |
ABORT 'NO DIAL TONE' ABORT 'NO ANSWER' ABORT 'NO CARRIER' ABORT DELAYED SAY 'Initializing UMTS-modem:\n' '' AT OK ATZ OK \c SAY 'OK\n' SAY 'Setting APN:\n' ''AT+CGDCONT=1,"IP","surfo2" OK \c SAY "OK\n" SAY 'Dialing...\n' OK ATD*99# CONNECT \c SAY "Connected.\n" |
Einen ersten Test ob alles funktioniert und Sie in das Internet gelangen, können Sie mit den folgenden zwei Befehlen in einem Terminal vornehmen:
| Für den ZTE MF100 |
sudo modprobe usbserial vendor=0x19d2 product=0x0031 && sleep 1 sudo pon o2-umts |
| Für den Huawei E1550 |
sudo modprobe usbserial vendor=0x12d1 product=0x1003 && sleep 1 sudo pon o2-umts |
Mit Strg+C können Sie diese Test dann abbrechen.
Damit das System das UMTS-Modem automatisch entdeckt und einbindet muss eine UDEV-Regel erstellt werden. Die Daten Ihres UMTS-Sticks entnehmen Sie bitte den Ausgaben des Befehl "lsusb". Diese Ausgabe ist hier beispielhaft angegeben:
Bus 001 Device 028: ID 19d2:0031 ONDA Communication S.p.A. Bus 001 Device 001: ID 1d6b:0002 Linux Foundation 2.0 root hub Bus 005 Device 001: ID 1d6b:0001 Linux Foundation 1.1 root hub Bus 004 Device 001: ID 1d6b:0001 Linux Foundation 1.1 root hub Bus 003 Device 002: ID 0d3d:a020 Tangtop Technology Co., Ltd Bus 003 Device 001: ID 1d6b:0001 Linux Foundation 1.1 root hub Bus 002 Device 001: ID 1d6b:0001 Linux Foundation 1.1 root hub
Für den MF100 wird mit root-Rechten in dem Verzeichnis /etc/udev/rules.d eine Datei 20-o2.rules erzeugt mit dem Inhalt:
| /etc/udev/rules.d/20-o2.rules |
# Load option module for ZTE MF100
ACTION=="add", SUBSYSTEM=="usb", SYSFS{idVendor}=="19d2", SYSFS{idProduct}=="0031", RUN+="/sbin/modprobe option"
# Unload option module after removing ZTE MF100
ACTION=="remove", SUBSYSTEM=="usb", SYSFS{idVendor}=="19d2", SYSFS{idProduct}=="0031", RUN+="/sbin/modprobe -r option"
|
Das option-Modul wird nun beim Umschalten des Sticks in den Modembetrieb geladen und beim Entfernen wieder entladen. Diese Lösung ist besser als das Modul fest in der /etc/modules einzutragen, da dann zum Teil Probleme auftreten, wenn der Stick bereits beim Booten eingesteckt ist. Wenn Sie die Udev-Regel erstellt haben, starten Sie die Aktualisierung der Udev-Regeln mit dem Befehl:
sudo service udev reload
Nun könnten Sie mit dem Befehl "sudo pon 02-umts" über das UMTS-Modem ins Internet gelangen. Aber Vorsicht! Zu diesem Zeitpunkt haben Sie nur die Minutenabrechnung, außer Sie haben vorher eine Tagesflatrate gebucht.
In Betrieb nehmen mittels UMTSmon
Viel einfacher ist dabei die Lösung mit dem Programm UMTSmon [5] eine Verbindung herzustellen, da Sie keine weiteren Scripts oder Udev-Regeln benötigen. Nachdem Sie das Programm herunter geladen haben müssen Sie noch das Programm libqt3-mt mit dem Paketmanager installieren. Damit funktioniert dann auch die grafische Oberfläche. Entpacken Sie die tar-Datei von UMTSmon und kopieren die einzelnen Programme an unterschiedliche Stellen mit root-Rechten.
umtsmon nach /usr/local/bin/umtsmon umtsmon-128x128.png nach /usr/share/pixmaps/umtsmon-128x128.png umtsmon.desktop nach /usr/local/share/applications/umtsmon.desktop Erstelle Verzeichnis /usr/share/umtsmon Erstelle Verzeichnis /usr/share/umtsmon/translations/ In das letztere Verzeichnis wird der gesamte Inhalt von dem Ordner i18n kopiert
Nachdem Sie sich neu angemeldet haben finden Sie das Programm unter K/Internet. Mittels Kmenuedit müssen Sie noch diesen Eintrag bearbeiten, da das Programm mit root-Rechten gestartet werden muss. Ansonsten erhalten Sie eine Fehlermeldung von dem Programm pppd.

Die Eingabe in der Befehlszeile erweitern Sie um den Text "kdesu ". Nachdem Sie den Surfstick eingesteckt haben und das Programm "umtsmon" aufgerufen haben, wird zuerst ein Profil erstellt mit dem Sie dann die Verbindung zum Internet aufbauen. Das erreichen Sie unter "Verbindung/Profil bearbeiten/Profil hinzufügen". Als Profilname wurde in diesem Beispiel o2 angegeben.

Die Einstellungen speichern und im dem anschließenden Menü einmal "Set as active" drücken. Von nun an können Sie, nachdem Sie eine Verbindung hergestellt haben, mittels UMTS im Internet arbeiten.
[1] Modem Icon 210 http://wiki.ubuntuusers.de/Icon_210 [2] Modem MF637 http://lavalab.org/linux/mit-dem-zte-mf637-doch-ins-internet-unter-linux [3] Wikipedia Mwconn http://de.wikipedia.org/wiki/MWconn [4] Mwconn http://www.mwconn.net/ [5] UMTSmon http://umtsmon.sourceforge.net/
| Der Autor |
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Mit der Version SuSE 6.1 ist der Autor auf Linux umgestiegen. Einige Jahre wurde mit der Distribution Debian gearbeitet bis auf die Kubuntuversion 9.04 gewechselt wurde. Nach einem Studium der Elektrotechnik und den ersten Jahren als Programmierer, ist er heute immer noch im IT-Sektor tätig. Zu erreichen ist er über die LUG-Balista Hamburg e.V. in Hamburg-Barmbek oder über den Tux-Treff. Dieser Artikel steht unter der Lizenz CC-BY-SA. |