Audio-Dateien und Debian/GNU Linux

OS: Debian 5.0.x aka Lenny

Ich versuche mal etwas Licht in den Dschungel der Audio-Dateien zu bringen:

Von analog zu digital

Da wir heute Musik meist elektrisch verstärkt und nicht rein akustisch, wie im Symphoniekonzert, genießen, wird die Musik als elektrische Spannung über Lautsprecher akustisch hörbar gemacht. Die elektrischen Schwingungen werden in Schallschwingungen umgewandelt. Die moderne Digitaltechnik ermöglicht es diese elektrischen Spannungen zu messen und um diese Schwingungen aufzuzeichen wird in kurzen Momentaufnahmen gemessen und der Spannungswert in eine Datei geschrieben - es leuchtet ein, daß möglicht viele Messungen pro Sekunde erst ein genaueres Abbild ergeben, da sich Tonschwingungen bis zu 16000x pro Sekunde ändern - dies wären dann 16000 Hz - ein sehr hoher Ton. Hier nur 10x pro Sekunde zu messen bingt also gar nichts. Die übliche Messrate für Audio-CDs beträgt 44100 Hz; selbst bei sehr schnellen Schwingungen wird also noch ca. 2,5 x pro Schwingung gemessen. Wirklich toll ist das nicht, aber so hohe Töne sind ja zum Glück eher die Ausnahme. Für das Mittelfeld ist diese Messrate dann durchaus akzeptabel. Diese vielen Messdaten werden nun aufgezeichnet - dies nenn man sampling (engl. abtasten).
Kurz gesagt:
Audiodateien enthalten die Digitalwerte einer Spannungsmessung in kurzen Zeitabständen. Diese Abtastrate der Signalspannung beträgt für Audio CDs meist 44100 Hz, die sogenannte Samplerate. Je höher diese Abtastrate desto mehr entspricht das Ergebnis der originalen, analogen Signalspannung. Diese Daten werden häufig im Format RIFF-WAVE gespeichert, den sog. wav Dateien, die fast jedem schon mal über den Weg gelaufen sind.



Kompressionsverfahren im Audioumfeld

Es existieren Kompressionsverfahren, die ähnlich bzip oder 7z in der Lage sind diese mitunter sehr großen Dateien auf etwa die Hälfte -verlustfrei- zu komprimieren. Ebenso gibt es Abspielprogramme, welche diese Formate direkt abspielen können – ein platzsparender Hörgenuß wie die originale CD. Flac, m4a, wv und ape sind solche Formate aus der Linux-, Apfel- und Fenster-Welt.

Es gibt auch verlustbehaftete Kompressionsverfahren – hier geht, gegenüber dem Original, Information verloren. Der Kompressionsgrad ist ein Maß für die Klangqualität – angegeben wird die Bitrate, d.h. wieviele Bits steuern pro Sekunde zum Audiosignal bei. Je weniger, desto schlechter der Klang. Internet-Radio wird häufig in 64 Kb/s übertragen, Klassik-Fans bevorzugen eher 320 Kb/s – die originalen Daten einer CD bringen es auf ca. 1024 Kb/s. Durch diese Techniken ist es möglich mehr Musik auf einem Datenträger unterzubringen – nur muß man Abstriche an die Klangqualität machen. Diese Formate können meist direkt abgespielt werden – es gibt sogar schon tragbare Geräte (Player) die ogg abspielen können. Diese Programme, die das Komprimieren und Dekomprimieren erledigen, heißen CODEC (Coding / Decoding) und werden auch im Videosektor benutzt um Bild- und Ton-Informationen zu komprimieren z.B. Sat-TV.

Mp3, ogg, m4a oder wma sind die wohl bekanntesten Vertreter der verlustbehafteten Klasse. Es existiert aber ein ganzer Zoo an verschiedensten Formaten:
de.wikipedia.org/wiki/audioformat
Eine Hilfe bei der Identifikation kann die Dateiendung (Extension) sein – einfach im Internet nachschlagen unter:
www.endungen.de
oder das nette Program file für die Kommandozeile.



Das Auslesen von Audio-CDs zur Erstellung einer Sicherungskopie

Wie kommt nun die Musik in den Computer? Das Auslesen der Daten einer Audio-CD (CDDA) wird als „rippen“ (engl. Entreißen) bezeichnet. Hierfür existieren diverse Programme die unter Linux zur Verfügung stehen. Es gibt Werkzeuge für die Kommandozeile und für das X Window System die diese Arbeit erledigen. Im U**x Stil greifen die meisten dieser Werkzeuge auf die elementaren Programme zurück, die für die jeweiligen Aufgaben entwickelt wurden. Für das Auslesen gibt es wahre Spezialisten, die sich um fehlerfreies Auslesen bemühen, genannt sei hier cdparanoia. Da meist auch gleich komprimiert werden soll, erledigen diese Helfer diesen Vorgang gleich mit. Dabei ist zu beachten, daß die Umgehung eines evtl. vorhandenen Kopierschutzes von Musik-CDs momentan in unserem Land nicht gestattet ist. CDs mit dem Label CDDA [Compact Disc Digital Audio] enthalten keinen Kopierschutz - die anderen sollte man besser im Laden lassen - meist bereiten sie beim Abspielen auf dem PC ohnehin Probleme - ein Extra-CD-Player ist dann fällig.

Konsole: abcde, crip, jack, ripit, mp3c
X Window System: grip, kaudiocreator, ripperx, sound-juicer



Wohin mit den alten Vinyls?

Wer seine alten Schallplatten digitalisieren möchte, um sie fürderhin nur noch im Schrank aufzubewahren (So eine Schande, es gibt keinen besseren Klang, keine bessere Dynamik als von diesen guten alten Analog-Speichern!), dem sei das Programm gramofile empfohlen. Es bietet einige Filterfunktionen um "Knacks" Geräusche zu vermindern - zaubern kann es leider nicht, derbe Kratzer bleiben derbe Kratzer; ermöglicht aber die Option, Pausen zu erkennen um die einzelnen Stücke zu trennen. Alternativ kann man einen wav Editor wie audacity hierfür benutzen. In einem Anfall von Wahnsinn habe ich sogar Live-Scheiben bearbeitet - mit ein- und ausblenden. Nie wieder.

Der tag (Lautschrift: [taːk])

Um auch noch Informationen über die Musiktitel und sogar die Cover-Bilder zu speichern wurde der „tag“ (engl. Etikett) erfunden. Es wird dabei ein kleiner Informationsabschnitt in die Audio-Datei eingefügt/angehängt. Hier existieren natürlich wieder für jedes Audio-Format andere Möglichkeiten und, die Entwicklung bleibt nicht stehen: verschiedene Versionsstände dieser tags erschweren das Leben. Dies kann der Grund sein, warum ältere Player manchmal bei modernen tags keine Informationen anzeigen können. Die alten ID3v1.x tags werden hinten an die Datei geklebt, die moderenen ID3v2.x Versionen stehen am Anfang der Audio-Datei. Die neueste Version ID3v2.4 kann auch am Ende stehen, jedoch gibt es noch keinen Player, der damit richtig umgehen kann, besser also am Anfang der Datei speichern. Das ist pfiffig, denn so kann man beide gleichzeitig benutzen. Die modernen tag-Versionen speichern auch im UTF-8 Zeichensatz – es ist dann kein Problem japanische, russische oder arabische Schriftzeichen oder auch nur Sonderzeichen zu benutzen. Einige Bands benutzen sogar Runenschrift, wie die Gruppe ᛏᛣᚱ (auch Týr geschrieben;nach dem germanischen Kriegsgott Tyr) der wohl bekanntesten Metalband der Färöer Inseln im Nord-Atlantik. Dank UTF-8 ist auch dies kein Problem. ;-)
de.wikipedia.org/wiki/utf-8

Es wurde ein Verfahren entwickelt, um eine (mehr oder weniger) eindeutige Identifikation der Audio-CDs zu ermöglichen, die sog. Disk-ID. Darauf aufbauend wurden Datenbanken im Internet erstellt in der die Informationen über die CD, wie: Interpret und Titel gespeichert sind. Diese heißt cddb (compact disk database), die freie Variante freedb (mit einem Fork: gnudb).
de.wikipedia.org/wiki/freedb

Diese Informationsquelle wird von den „Rippern“ angezapft um die, hoffentlich vorhandenen, Daten in die tags einzufügen. Der Titel, der Albumname und der Künstlername werden auf diesem Weg hinzugefügt. Inzwischen existiert noch eine weitere große Datensammlung über Musikdaten: MusicBrainz!
musicbrainz.org
Erwähnenswert ist auch noch Discogs zum Nachschlagen von Informationen, nebenbei gibt es dort viele Cover, auch von älteren Scheiben, zu bestaunen.
www.discogs.com

Gefüllt wurden all diese Datenbanken von fleißigen Mitbewohnern unseres Planeten, die diese Daten dorthin übermitteln oder eintragen und auch überprüfen. (Bitte mitmachen, es kostet nichts!)

Für die tags existieren auch eigene Editoren. Sie ermöglichen die direkte Manipulation der tags. Das Programm picard von MusikBrainz! ist sogar in der Lage die Daten für die tags aus deren Internet-Datenbank zu nutzen. Ebenfalls versucht eine „Fingerabdruck" Funktion unbekannte Musikstücke zu identifizieren - leider ist mir die Funktionsweise bis heute etwas unverständlich geblieben. Ich sollte wohl mal das Manual lesen (RTFM = read the fine material) :-(

Konsole: eyed3, id3, id3v2
X Window System: mp3info-gtk, picard, exfalso, easytag, easytag-aac, kid3



Konvertierung der verschiedenen Formate

Problemfall mp3 Player: Wer seine Sammlung, wie ich, hauptsächlich in flac gespeichert hat, bekommt zwangsläufig Probleme mit den beliebten mp3 Playern oder tragbaren Geräten welche USB-Sticks oder mp3 Daten-CDs verarbeiten können. Aber auch hierfür ist Linux vorbereitet – es gibt xcfa (X Convert File Audio) die eierlegende Wollmilchsau unter den Konvertierprogrammen. Als Futter verarbeitet xcfa: wav, flac, ape, m4a, ogg, mp3, mpc, aac und wv und erstellt neue Dateien in dem gewünschten Ausgabeformat, kann gleichzeitig normalisieren, d.h. den Lautstärkepegel anpassen, übernimmt wenn möglich die tags und ist auch in der Lage Audiodateien mittels Informationen aus Cuesheets, kleinen Informations-Textdateien, zu zerschneiden.
de.wikipedia.org/wiki/cuesheet
Für alle diese Funktionen sind unterschiedliche kleine Helferlein nötig die xcfa, wenn gewünscht, auch gleich installieren kann.

Das Schneiden oder Konvertieren ist auch auf der Kommandozeile ganz einfach mit dem Gespann: cuetools & shntool
Ein Aufruf sähe so aus: $ cuebreakpoints cuedatei.cue | shnsplit audiodatei.endung
wobei das Ergebis immer wav ist. Die man page von shnsplit gibt Auskunft über die unterstützten Formate.


Eine Sache muß noch erwähnt werden: wenn man in verlustbehafteten Formaten speichert und in andere verlustbehaftete Formate umwandelt gehen Informationen (Klangqualität) verloren. Also z.B. ogg in mp3. Daher mein Ansatz in flac verlustfrei zu speichern und für den Bedarfsfall z.B. mp3 Player, zu konvertieren. AmaroK – ein KDE Abspielprogramm soll dieses mithilfe von Scripten und Player-Erkennung automatisch machen können. Ich habe keinen Player... Eine mögliche Lösung des Verlustproblems ist, beim Konvertieren das Zielformat mit höchstmöglicher Qualität zu speichern – aber, trotzdem gilt: Informationen die verloren gegangen sind, sind futsch; es wird nicht besser, nie wieder.



Achtung Patente!

Da einige der Formate patentrechtlich geschützt sind, z.B. mp3, sind bei Debian einige Programme aus der Distribution ausgeschlossen worden. Das bedeutet natürlich nicht, das Linux nicht auch mit den „Exoten“ umgehen könnte.

Über die rechtlichen Aspekte der Benutzung dieser Programme sollte sich jeder selbst informieren.



Ein mögliches Vorgehen

Bei mir Zuhause benutze ich grip mit cdparanoia und flac für das Rippen und Kodieren. Grip ermöglicht es sämtliche Komandozeilenoptionen an die Elementarprogramme durchzureichen. Gut konfiguriert, startet grip den Auslesevorgang selbstständig, besorgt die Informationen für die tags aus dem Internet, erzeugt die flac Dateien mit höchster Kompressionsstufe ressourcenschonend mit nice 19 und wirft die CD aus wenn alles erledigt ist. Danach überprüfe ich die Tags mit easytag und Unterstützung von MusicBrainz! in einem Browser. Irren ist menschlich und Kontrolle besser als Vertrauen. Easytag schreibt die Dateinamen und den tag in dem von mir gewünschten Format und dann ab in die Sammlung. Anhören mit AmaroK (& MySQL), denn das Abspielprogramm kommt auch mit großen Sammlungen noch gut zurecht, erkennt auto-magisch neu hinzukommende Stücke, spielt nahezu alle gängigen Formate ab, brennt Alben als Audio- oder Daten-CD durch Aufruf von k3b und übermittelt meine gehörten Songs an LastFM:
www.last.fm
einem sogenannten „sozialen Netzwerk“ rund um Musik, besorgt von dort Informationen über ähnliche Gruppen und empfiehlt Musikstücke, passend zum gerade gehörten. Übersichtslisten erstellt oidua - es wertet die Bitraten aus und erzeugt auf Wunsch HTML Dateien. Leider wird dieses Programm wohl nicht mehr weiterentwickelt, daher erkennt es nur mp3, ogg , mpc und flac. Auch schmecken ihm UTF-8 Zeichen nicht so wirklich gut. Wer hier eine Alternative kennt, möge mich bitte informieren.


Viel Spaß und Biddeschööööön! wünscht Dirk Wernien
www.lastfm.de/user/yellowbeart


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Einleitung

Unter dem Linux-Betriebssystem sind Bild und Ton kein Buch mit sieben Siegeln mehr, aber es gibt schon noch Einschränkungen, bedingt durch fehlende oder mangelnde Treiberunterstützung (hier erkennt man den Nachteil eines Quasi-Monopol-Betriebssystems), unter Linux Module genannt.

Wir beschränken uns hier auf OpenSource Programme, deren Qualität mit steigender Anwenderzahl stetig zunimmt und schon einen brauchbaren Zustand erreicht hat.

Natürlich gibt es schon eine ganze Reihe von Anleitungen, Videos unter Linux zu erstellen, aber wir wollen versuchen, viele Detailinformationen gebündelt darzubieten, die ansosten über viele Webseiten und Foren verstreut sind.

Starten wir das ganze mal mit allgemeinen Einleitungen...

Wie kommt das Video in den Computer ?

Die moderne Digitaltechnik hat uns neue und bessere Möglichkeiten eröffnet, bewegte Bilder mit Ton auf den Rechner zu bekommen. Das alte analoge Verfahren bediente sich spezieller Capturing-Erweiterungskarten bzw. Grafikkarten mit Video-Eingang. Die Rechnerleistung war ausschlaggebend für die Qualität der Computeraufzeichnungen, da die Kompression der eintreffenden Datenmenge in Echtzeit zu erfolgen hatte. Nur bei teuren Karten gab es spezielle Chips zur Komprimierung in Hardware, in den meisten Fällen musste die Software die Berechnung übernehmen. Damit durfte der Rechner nicht komplett ausgelastet sein, denn es war auch noch der Ton zu verarbeiten und das ganze auf die Festplatte zu speichern. Schon geringe Störungen im Zeitablauf führten zu Aussetzern ( Dropped Frames). Die getrennte Verarbeitung von Bild und Ton (Soundkarte) führte ohne spezielle Vorkehrungen in den Programmen zu Asynchronitäten, einem Problem, das uns heutzutage immer noch beschäftigt, wenn verschiedene, getrennte Prozesse für die Verarbeitung zuständig sind.

Der für digitales Video (DV) heute am meisten genutzte Anschluss ist Firewire, auch IEEE1394 oder iLink(Sony) genannt, eine serielle Schnittstelle mit hoher Übertragungsrate (bis zu 400MBit/s). Der DV-Datenstrom ist genormt und beträgt konstant etwa 3,8 MByte/s. Er enthält die Bildinformationen und bis zu 4 Tonspuren fest verzahnt. Falls der "RAW"-DV-Datenstrom aufgezeichnet wird, kann man von einer einfachen Kopie der Daten auf die Festplatte sprechen, die erforderliche kontinuierliche Datenrate stellt für heutige Laufwerke kein Problem dar, ebenso ist die Belastung des Prozessors für die Aufzeichnung gering, erst bei der Wiedergabe mit softwaremäßiger Decodierung des Datenstroms ist ein schneller Prozessor (und eine gute Grafikkarte) nötig. Probleme der A/V- Synchronisation gibt es bis zu diesen Zeitpunkt nicht. Für die Kompatibilität mit anderen Betriebssystemen und anderen Bearbeitungsprogrammen können Linuxprogramme auch andere Aufzeichnungsformate nutzen, insbesondere DV-Type 1 und 2 (beide .avi), sowie Apples Quicktime (.mov), dabei werden die DV-Daten in einen "Container" gepackt. Die Größe der Datei steigt dabei an, insbesondere im Format DV-Type 2 , dort wird der Ton zusätzlich als PCM-Strom aufgezeichnet, die Nachbearbeitung wird dadurch erleichtert, und es ist das kompatibelste Format (wird von den meisten Programmen verarbeitet), kann aber bei der Nachbearbeitung zu Asynchronität führen wenn der separate PCM-Strom genutzt wird. Etliche Programme sind nachlässig programmiert, sie stellen die Lippensynchronität nicht in jeder Situation her.

Die meist genutzten Programme im Linux OpenSource Bereich sind "kino" und "dvgrab", beide Programme können DV über Firewire aufzeichnen. Dvgrab ist ein Kommandozeilenprogramm, hat aber gegenüber Kino den Vorteil, eine bestimmte Aufzeichnungsdauer vorgeben zu können (besonders hilfreich beim Übertragen ganzer Videokassetten), dafür kann Kino bei ausreichender Rechnerleistung das Video während der Aufzeichnung wiedergeben ( Bild und Ton!). Beide Programme können den Timecode von DV-Aufzeichnungen auswerten und den Datenstrom automatisch in Szene aufteilen.

Während die Wiedergabe auch langer Videos als DV-Stream keine Sync-Probleme bereitet, ist bei der Umwandlung in andere Formate wie MPEG-2 (DVD) bzw. DIVX u.a. durchaus mit Problemen zu rechnen aber das ist ein anderes Kapitel...

(rw)

Wie kann ich das Video bearbeiten ?

Welches Ziel habe ich ? Welche Bearbeitung soll das Video erfahren ?

  • Nur herausschneiden von Werbung und unerwünschter Teile (harte Schnitte von Bild und Ton gleichzeitig)
  • Aneinanderfügen von Szenen mit Übergängen (Blenden) mit Tonbearbeitung (Blenden, Mix mit anderen Quellen) Formatwandlungen mit dem Ziel
  • abspielbar auf PC (alle Formate möglich deren Codec vorhanden ist)
  • abspielbar auf Standalone-Geräten (genormtes Format (VCD, SVCD, DVD, DIVX)
  • eingebettet oder downloadbar auf Webseiten (geringe Dateigröße, starke Kompression, kleines Format, Streaming mit begrenzter Bandbreite)

Für die Bearbeitung von Videos kommt die Entwicklung von OpenSource Programmen stürmisch voran, gleich mehrere Projekte

  • Kino (DV Record, Edit, Export)
  • TTCut (Mpeg2 Schnitt) oder auch diese Webseiten
  • avidemux2 (verarbeitet viele Codecs - Ein- und Ausgang)
  • Jahshaka (vielversprechendes Programm, bislang schwer zu installieren (braucht neueste Programmpakete))
  • KFilm (sehr frühes Alpha-Stadium)

sind in der Entwicklung, laufen aber noch nicht in jeder Linux-Umgebung und haben noch nicht alle die geplanten Funktionen.

Einen 'Alleskönner' a la 'Adobe Premiere' gibt es in der OpenSource Szene noch nicht, aber selbst mit den schon vorhandenen Programmen ist ein ansprechendes Ergebnis möglich, zwar manchmal mit Umwegen und speziellen Arbeitsweisen, aber gerade dafür sind diese Seiten gedacht.

Womit kann ich das Video anschauen ?

Es gibt zwei verschiedene Arten von Videos, die am PC wiedergegeben werden können

  • Videos, die sich an einen weltweit gültigen Standard ( VCD, SVCD, DVD, (DIVX)) halten
  • Videos, die keinem Standard zuzuordnen sind, weil entweder die Auflösung (Bildgrößen) oder die Codierung nicht den Standards entspricht Videos der zweiten Kategorie sind zwar flexibler, können aber nur auf PC's abgespielt werden, die die erforderlichen Codecs (Bibliotheken, die für die Dekomprimierung von Bild und Ton benutzt werden) besitzen. Wer Videos erstellt, die praktisch überall wiedergegeben werden können, hält sich an einen Standard, den auch die meisten Standalone-Geräte (DVD-Player) wiedergeben können. Aufgrund der weiten Verbreitung von DVD's und der preisgünstigen DVD-Brenner ist heutzutage die Erstellung von DVD-kompatiblen Videos die erste Wahl, aber auch die CD-Formate ( (S)VCD ) haben für Projekte die auf eine CD passen noch ihre Berechtigung, zumal auch dort auf einfache Auswahlmenüs nicht verzichtet werden muss.

Es gibt unter Linux eine Reihe von Abspielprogrammen, die beide Arten von Videos wiedergeben können.

Wer die Funktionalität der DVD-Menüs haben möchte, sollte sich mal xine anschauen, das mit den entsprechenden Bibliotheken[1] sämtliche DVD's abspielen kann. Die Universalität endet nicht bei den Videos, es kann auch Audio-CD's und Streaming Audio wiedergeben.

 

[1] Ich gehe hier bewusst nicht näher auf die Problematik ein, die gesetzlichen Regelungen zum Kopierschutz lassen selbst das Abspielen einer rechtmäßig erworbenen DVD unter Linux in die rechtliche Grauzone abrutschen. Jeder möge sich seine eigene Meinung und Haltung dazu bilden, die Suchmaschinen im Internet geben unter den einschlägigen Stichworten genügend Hinweise und Antworten!

 

Die größte Flexibilität besitzt der mplayer er besitzt die meisten Bibliotheken (auch W*-Codecs können eingebunden werden) und kann so fast alle Videoformate abspielen.

 

Probleme und Lösungen

An dieser Stelle werde ich demnächst meine eigenen Hinweise und Tipps weitergeben. Ich hoffe jedoch, damit die Leser zu ermutigen, ihre Erfahrungen mit Video auf Linux aufzuschreiben und mir mitzuteilen. Das kann vorerst nur per EMail erfolgen, es ist aber geplant, je nach Kommunikationsbedarf ein Gästebuch, eine Mailingliste oder gar ein Forum bei uns einzurichten. Auf eure Reaktionen bin ich gespannt...

(rw)

 

------wird fortgesetzt---bitte nicht ungeduldig werden

DVB-T unter SuSe

Wer sich den DVB-T Empfänger CinergyT2 für seinen Computer von TERRATEC gekauft hat und ihn nun unter dem neuen SuSE 10.0 oder openSuSE Linux betreiben will, dem kann leicht geholfen werden. Leider läuft der Empfänger auf Anhieb nicht, wenn man ihn mit Kaffeine betreiben will, weil SuSe dem Programm xine aus rechtlichen Gründen wichtige Treiber nicht mitgeliefert hat. Zwar empfängt kaffeine unter KDE fleißig die DVB-T Kanäle, doch kann man die Fernsehkanäle, wenn man alles mit kaffeine richtig eingerichtet hat, nicht sehen. Xine, mit dem der Fernseh-Stream angezeigt werden sollte, meckert wegen fehlender Plugins. Doch das läßt sich beheben...

Von der Entwickler-Seite von xine http://xinehq.de/index.php braucht man dazu ein Teil der Quellen: die  "xine-lib-1.1.0.tar.gz" Wichtig ist genau diese Versionsnunmmer. Diese Lib entpackt man mit "tar xzf xine-lib-1.1.0.tar.gz". Nachdem man in das neu erzeugte Verzeichnis  mit "cd xine-lib-1.1.0" gegangen ist gibt man "./configure" ein. Damit werden in der Linuxumgebung die Einstellungen vorgenommen, um aus den Quellen lauffähige Bibliotheken und Programme erstellen zu können.

Wenn dies problemlos funktioniert, hat man den schwierigsten Teil schon hinter sich gebracht. Bricht nämlich die Konfiguration mit Fehlern ab, dann muss Mann/Frau Packete nachinstallieren, weil wichtige Entwicklungsbibliotheken, oder meist die sogenannten "-devel" Versionen dieser Pakete fehlen. In ihnen sind die include-Dateien enthalten, die bei der Konfiguration gesucht und zum compilieren gebraucht werden. Etwas spielerische Probierfreude wird hier daher von manchem, dem dieses Feld gänzlich neu ist, schon gefordert.

Nachdem jedoch die Konfiguration fehlerfrei erfolgt ist, gibt man einfach "make" ein, womit alle Libs und Plugins für xine erzeugt werden. Auch hier nun kann es manchmal noch passieren, dass wichtige Teile fehlen. Doch dann muss man eben wie oben verfahren.

Ist dieser Schritt vollzogen, dann muss man die fehlenden Plugins in das Verzeichnis von xine "usr/lib/xine/plugins/1.1./" kopieren. Am einfachsten geht dies, indem man als root arbeitet. Dazu macht man nachdem man sich als root unter KDE eingeloggt hat einen File-Browser auf, und betreibt ihn mit zwei Fenstern. Ein Fenster zeigt auf "/usr/lib/xine/1.1.0/" das andere auf die eben erzeugte Bibliothek: also "/home/name/neue-xine-lib-bibliothek". Die gebrauchten Plugins liegen nun jeweils nach dem compilieren in "xine-lib-1.1.0/src/.../.lib/" Schon an den Endungen der Verzeichnisse kann man erahnen wo sie zu suchen ist und was wohl noch fehlt. Dabei sind die wichtigsten für mpeg, für dmux und audio.  Die Plugins heißen alle ausnahmslos "xineplug_*.so", sind also dynamische Bibliotheken.

Wenn man nun in den beiden Fenstern vergleicht, welche Plugins jeweils im Original (was man gerade compiliert hat) vorhanden sind und welche SuSE enthält, dann kopiert man einfach die Fehlenden mit rüberziehen in das Laufzeit-Verzeichnis. Zuviel kann hier wohl kaum Schaden anrichten.

Nach dieser Prozedur kann man schon einmal versuchen ob denn nun das in kaffeine eingebettete xine ohne meckern läuft. Wenn dies der Fall ist, und man xine nicht als eigenständiges Programm betreiben will, dann hat man es geschafft. Ansonsten muß man mit dem vorhergehende Verfahren die noch fehlenden Plugins in das xine-Verzeichnis kopieren, bis xine umstandslos läuft. Jedenfalls habe ich es unter SuSE 10.0 auf diese Weise zum Laufen bekommen.

Um mit xine als eigenständiges Programm DVB-T Kanäle ansehen zu können, bedarf es noch etwas mehr Aufwand. Das wichtigste dazu ist eine Datei 'channels.conf' die man in das $HOME/.xine Verzeichnis kopieren muss. 'channels.conf' ist auf den Seiten der www.linux.tv.org zu finden. Einfach dort auf der DVB-Wiki-Seite nach 'channels.conf' suchen. Das zweite ist ein rpm-Packet, "w32codec-0.52-1.i386.rpm" nach dem xine ständig fragt. Es ist unter der Adresse http://cambuca.ldhs.cetuc.puc-rio.br/xine zu erhalten und lässt sich recht einfach mit KPackage unter KDE installieren.

Als Lohn für all diese Umstände erhält man nun den Spaß, am Bildschim Fernsehen zu können, Schnappschüsse aufzunehmen und was einem sonst gefällt, abzuspeichern, soweit der Platz der Platte reicht.

 

(js)

Letzte Änderung: 30.Mar.2010