Vorwort:
Eine wichtige Frage, die sich jeder Benutzer stellt, der von Windows nach Linux wechseln will, ist ob er seine bisher erstellten Daten/Dateien weiterhin nutzen kann.
Gemeinsame Nutzung von Dateien unter Linux und Windows
Um Daten zwischen den verschiedenen Betriebssystemen auf einem Desktoprechner austauschen zu können, benötigt man eine Partition auf die alle Betriebssysteme zugreifen können, sowohl schreibend als auch lesend.
Daher eignen sich die Linux Dateisysteme nicht, obwohl es Windows Tools für ext2fs/ext3fs gibt, die aber nur lesenden Zugriff bieten. Das NTFS von Windows ist ungeeignet, da die für Linux erhältlichen Treiber nur lesenden Zugriff haben - schreibender Zugriff ist im experimentellen Stadium.
Am Besten eignen sich die Dateisysteme FAT und FAT32 (VFAT). Auf diese haben sowohl Windows als auch Linux lesenden und schreibenden Zugriff. Der Nachteil beim FAT-Dateisystem ist der max. addressierbare Bereich von 4 GB. Für Speichermedien wie USB-Sticks mag das ausreichen, aber für interne bzw. externe (USB, Firewire) Festplatten ist das zu wenig und daher empfiehlt es sich FAT32 zu verwenden. Zu Bedenken ist auch das Linux keine Zugriffsbeschränkungen für die Dateien erstellen kann. Man sollte also keine sicherheitsrelevanten Daten auf dieser Partition speichern.
Im folgenden sollen nun die verschiedenen Dateiformate behandelt werden, wobei ich die Abschnitte in unproblematische und problematische Dateiformate unterteilt habe.
Unproblematische Dateiformate
Als unproblematische Dateiformate bezeichne ich solche, die ohne Konvertierung sowohl von Windows als auch von Linux Programmen gelesen bzw. geschrieben werden können.
* HTML-Browser: Netscape/Mozilla, Galeaon, Konqueror; Phoenix, Nautilus, Epiphany, Firefox
* HTML-Editor: Bluefish, Ouanta Plus, OpenOffice und jeder Texteditor
* XML, LATEX: Kile, Emacs,jEdit
* Bilder (jpg, jpeg, gif, bmp, png, tiff): GIMP, Cinepaint
* PDF: XPDF, KPDF, Tex2PDF, ps2paf, Adobe Acrobat Distiller für Linux
* Video (mpeg, mpg, wmv, mov, avi: Mplayer,Xine
* Audio (mp3, OGG, wav, aiff): XMMS, Noatun, Mplayer
* rar, zip, cab, arj: Fileroller, Karchiver
* Ouicken, MS Money: GnuCash, KMymoney
problematische Dateiformate
Als problematische Dateiformate bezeichne ich solche, die exportiert, importiert und evtl. die Hilfe eines extra Konvertierungsprogramms bedürfen, um mit einem Linux Programm die Daten lesen zu können.
* DOC (MS Word 95/97/2000/XP): OpenOffice hat lmportfilter und kann diese Dateiformate auch speichern
* XLS, XLT (MS Excel 95/97/2000/XP): OpenOffice hat lmportfilter und kann diese Dateiformate auch speichern
* PPT, PPS (MS Powerpoint 97/2000/XP): OpenOffice hat lmportfilter und kann diese Dateiformate auch speichern
Bei allen drei Formaten noch folgende Anmerkung: Es kann vorkommen, dass Formatierungen nicht übernommen werden (hauptsächlich Schriften). Auf keinen Fall werden VB-Skripte übernommen.
* MDB (MSAccess): derzeit keine Möglichkeit unter Linux zu lesen, nur über den Umweg als CSV-Datei zu exportieren
Wie konvertiere ich meine E-Mails ?
Am Beispiel von MS Outlook möchte ich ein Beispiel geben wie es funktionieren kann, seine E-Mails zu konvertieren.
Als erstes exportieren sie die PST-Datei (Menü Datei->Importieren und Exportieren). Mit dem Programm Outport unter Linux wird diese PST-Datei konvertiert und kann anschließend mit dem Mail-Programm Evolution importiert werden.
Wie sichere ich meine Favoriten, Lesezeichen und Cookies ?
Beim MS lnternet Explorer in dem man die eingebaute Exportfunktion benutzt (Menü Datei-->lmportieren und Exportieren...). Unter Linux lassen sich diese, je nach verwendetem Programm entweder importieren oder es wird ein Programm wie Goem für die Konvertierung benötigt.
Wenn ich doch nun ohne mein geliebtes Windows-Programm unter Linux nicht auskommen kann ...
Dann helfen sog. Emulatoren weiter. Der bekannteste ist wohl WINE. WINE ist im eigentlichen Sinne kein Emulator, da das Tool keine CPU nachbildet, noch emuliert es ein Betriebssystem. WINE fängt alle Windows-APl-Aufrufe einer Windows Anwendung ab und versucht diese in deren UNIX-Ãquivalente zu übersetzen. Daher laufen einige Windows Anwendungen unter WINE mit Einschränkungen oder aber auch gar nicht.
Spielen unter Linux ! Geht denn sowas überhaupt ?
Außer den üblichen Spielen wie Tuxracer, Mahjong, Schach oder Schiffe versenken besteht die Möglichkeit aktuelle kommerzielle Spiele unter Linux zu „daddeln“. Es gibt einige native Linux Portierungen von Spielen wie z.B.: ???
Die andere Möglichkeit ist die Verwendung eines Emulators. Hier kommt Cedega von Transgaming ins Spiel. Dieser kommerzielle Emulator basiert auf WINE und wurde um die DirectX-Funktion erweitert. Unter dieser Umgebung laufen aktuelle Spiele wie „Half Life 2“, „Unreal“, oder „Far Cry“. Es besteht auch die Möglichkeit über CVS die Quellen auf den heimischen Rechner zu laden und dann selbst zu compilieren. Gegenüber der kommerziellen Version werden hier trotzdem nicht alle Spiele laufen.
(fs) Frank Schröder